Projektarbeit im Auslandspraktikum
„Voneinander
lernen - Bildungsangebote im Vorschulbereich“
der Fachschule für Sozialpädagogik (HS
91)
durchgeführt in Kooperation mit der
finnischen Partnerschule
Kouvolan sendun ammattiopisto (Kouvola Region Vocational College)
vom
29.08. – 18.09.2010 in
Kuusankoski / Finnland
Nach drei seit 2007 erfolgreich durchgeführten
Mobilitätsprojekten in Finnland waren im Jahr 2010 wiederum 12 Studierende
der Fachschule für Sozialpädagogik (FSP) zu Beginn des 2. Ausbildungsjahres
an dem Projekt beteiligt. Schwerpunkt der Ausbildung war bis zu jenem
Zeitpunkt die „Theorie und Praxis der vorschulischen Erziehung und Bildung“
einschließlich eines 10-wöchigen Praktikums in Kindergärten.
Die Lerninhalte des Projektthemas ergaben sich aus nachfolgenden
Zusammenhängen:
Seit dem PISA-Schock ist in den letzten Jahren -
neben dem Betreuungs- und Erziehungsauftrag - verstärkt der Bildungsauftrag
des Kindergartens in den Focus von Politikern und zunehmend auch der
Wirtschaft gerückt. Ein umfassendes Bildungsangebot, spätestens vom
Kindergartenalter an, zählt zu den wichtigsten Antworten auf die
Bildungskrise. Als Folge sind in den einzelnen Bundesländern Bildungspläne
für Kindertageseinrichtungen in Kraft getreten, so in NRW die
„Bildungsvereinbarung“ (BV), wo trägerübergreifende Grundsätze über die
Stärkung des Bildungsauftrages des Kindergartens formuliert sind.
Die einzelnen Bildungsbereiche der BV, wie
z. B. Sprache und Medien sowie Natur und kulturelle Umwelt sind Gegenstand
des Unterrichts in den einzelnen Lernbereichen der FSP. Die Studierenden
lernen dort, didaktische Einheiten zur Umsetzung der Vorgaben der BV zu
erarbeiten. Teile aus diesen Einheiten wurden im Rahmen der bisherigen
Praktika als Bildungsangebote in Kindergärten durchgeführt.
Ergänzend zu den bisher
gewonnenen Praktikumseindrücken sollen die Studierenden von praktischen
Erfahrungen anderer europäischer Länder bei der Durchführung von
Bildungsangeboten
partizipieren.
Schwerpunktmäßig haben die Studierenden in
finnischen Kindergärten ein Praktikum absolviert, welches gemeinsam von
deutschen und finnischen Lehrkräften vorbereitet wurde. Die Studierenden
haben in den Kindergärten erkundet, wie einzelne Bildungsbereiche
praktisch umgesetzt werden.
Erwartet wurde, dass die Studierenden
unvoreingenommen den Stellenwert von „Bildungsangeboten“ in finnischen
Kindergärten darstellen können, dass sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu
deutschen Kindergärten erkennen und darlegen können und dass sie bereit
sind, positive Erfahrungen finnischer Kindergärten bei der Umsetzung des
Bildungsauftrages für ihre zukünftige praktische Arbeit zu nutzen.
Das
Projekt wurde am Kouvola Region Vocational College
und in von der finnischen Schule ausgewählten Kindergärten durchgeführt.
Projektsprache war Englisch. Begleitet wurde die Gruppe von einer
Fachlehrerin (1 Woche) und einem Fachlehrer (2 Wochen)
aus dem Bereich Sozialpädagogik.
Gesamteinschätzung des Auslandaufenthalts
"Ich fand den Auslandsaufenthalt sehr lohnenswert
und habe ihn als positiv erlebt. Ich habe sehr viele Erfahrungen gemacht,
die ich in Deutschland niemals hätte machen können. Wenn man ein System in
einem anderen Land kennen lernt, verändert sich die Sichtweise auf das
eigene System enorm. Die Erfahrungen, in Berzug auf den eigenen Umgang mit
Kindern, dessen Sprache man nicht beherrscht, waren ebenfalls sehr angenehm.
Dies zeigt, dass es Kindern nicht so auf die Sprache ankommt, sondern mehr
darauf, wie man mit ihnen umgeht. Meine Erwartungen wurden erfüllt und
wurden eigentlich übertroffen. Ich hätte nicht gedacht, dass man in drei
Wochen so viele Erfahrungen machen kann. Nach drei Wochen war ich voll
integriert in die Gruppe. Ich denke, dass es eine gute Erfahrung für alle
Beteiligten ist. Die Erzieher können durch Fragen víel über das deutsche
System erfahren und werden von den Praktikanten ein Stück weit entlastet.
Meine Denkweise, besonders über das deutsche System, hat sich stark
verändert. Ich nehme viele Dinge wahr, die mir vorher nicht aufgefallen
sind. Leider sind dies oft negative Dinge. "
Franziska P. - HS 91